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![]() Toni, Max, Stephan, Maria & Toni.... |
Aufgrund der geschichtlichen Vergangenheit und ihrer
Erfahrungen mit den Weissen Palagi, haben die Samoaner im Laufe
der Zeit gelernt, dass sich ihre Art zu leben nicht mit den
Weltanschauungen und Prinzipien des weissen Mannes verträgt. Zu
undurchsichtig und fremd waren die Gesetze der Weissen, die nicht die
Traditionen ihrer alten Kultur respektieren wollten, sondern sich
selbstherrlich über alle gewachsenen Werte der Samoaner hinwegsetzten.
Diese Konflikte gaben den Samoanern untereinander ein Gefühl der
Solidarität und des Nationalstolzes. Sie fühlten sich als Nation und
wollten sich daher selbst regieren. Als Palagi (sprich: palangi) werden in Samoa übrigens
alle Menschen weisser Hautfarbe bezeichnet. Der Name leitet sich aus den
Wörtern pa’a (= samoanisch: der Donner) und lagi, der
Himmel, ab.....wir sind also „die mit Donner vom Himmel
Herabgestiegenen“, wohl in Erinnerung an die mit Kanonen bestückten
Segelschiffe zur Zeit der Entdeckung Samoas. Es gibt daher in Samoa zwar ein anglikanisches Rechtssystem,
das von den Neuseeländern übernommen wurde, dies hat jedoch eher
„formalen“ Charakter. – Die wirklichen Entscheidungsprozesse im
Staate Samoa laufen aber nach wie vor über das Matai-System, dem
Grundstein der samoanischen Gesellschaft. Der Matai ist das Familienoberhaupt, das für alle
Belange in der Grossfamilie von der Großmutter bis zum Säugling zuständig
ist.....bei Familiengrößen von 20-30 Personen ist das kein einfacher
Job ! Er vertritt die
Familie nach aussen, „haftet“ gegenüber dem Dorf für die Vergehen
seiner Sippschaft und schlichtet Streit in der Familie. – Frauen können
übrigens ebenfalls Matais sein ! Jedes Dorf besteht aus mehreren dieser Grossfamilien, deren Matai
die Familie auch bei der Fono, der regelmässig stattfindenden
Dorfsitzung, vertritt. Innerhalb dieser Fono besprechen dann die
Matais des Dorfes die anstehenden Aufgaben, schlichten Streit,
verhandeln über Dorfstreitigkeiten oder beschliessen sogenannte „village
rules“, die Dorfgesetze. Diesen Versammlungen steht der High Chief des Dorfes
vor, der in diese Funktion
irgendwann von den Matais des Dorfes gewählt wurde und das Dorf
nach aussen, oft auch im Parlament, vertritt. Der High Chief
regiert sein Dorf wie ein König meist auf Lebenszeit, kann Dorfgesetze
erlassen, Strafen aussprechen und über so ziemlich alle Belange des
Dorfes entscheiden. – Er ist gemeinsam mit dem Pfarrer, die absolute
Autoritätsperson im Dorf - sein Wort ist Gesetz! – Anglikanisches
Rechtssystem hin oder her.... Daher ist in den vergangenen Jahrzehnten schon so mancher
millionenschwere Tourismusinvestor mit seiner Hotelanlage an einem der
Traumstrände Samoas daran gescheitert, dass die Matais des Dorfes an
dieser Stelle eben lieber ihre Fische fangen und ihr Feuerholz sammeln
wollten als dort scharenweise Touristen herumlaufen zu sehen, die sich
einfach nicht an ihre village rules halten....egal, wer da
wieviel Geld bot. – Fa’a Samoa, ihre aus Tradition gewachsene
Lebensweise, wollen die Samoaner auf gar keinen Fall aufgeben - die
Familie und das Dorf zuerst ! Als Tourist genießt man in Samoa traditionelle
Gastfreundschaft. Besucht man ein Dorf oder eine Familie, wird Kava
serviert, ein Trunk aus den getrockneten und zerstampften Wurzeln des
Pfefferstrauches. – Der Geschmack ist recht erdig und hinterläßt
einen leicht betäubenden Wirkung auf Lippen und Zunge und ist in erster
Linie das traditionelle Willkommensgetränk. Samoa ist ein armes Land. – Das pro Kopf-Einkommen der ca.
175.000 Bewohner beträgt knapp 1.000 USD.....pro Jahr ! Die
Arbeitslosenrate beträgt ca. 70 %, die meisten Jugendlichen mit
Ausbildung ziehen nach Neuseeland, Australien oder die USA, da sie in
Samoa keine beruflichen Perspektiven haben. Dennoch gibt es in Samoa kaum Kriminalität weil das nach den
village rules geahndet werden und Schande über die Familie
bringen würde. Auch Hunger gibt es nicht. – Jeder Samoaner hat
irgendwo Verwandte mit einer kleinen Taro-, Bananen-, Brotfrucht- oder
Kokosplantage und Fisch gibt’s zu jeder Jahreszeit in rauhen Mengen.
Samoaner haben keine Sozialversicherung, in ihrem Familienverband sind
sie eine...“we share“, heißt die Devise! Ohne die Hilfe der ca. 200.000 Auslands-Samoaner, die in Übersee
oft Karriere gemacht haben, und die ihre Familien und Dörfer mit dem im
Ausland erwirtschafteten Geld unterstützen, ginge in Samoa
wirtschaftlich nichts mehr... ihre Familienbande gelten über Kontinente
und Jahrzehnte. – Jedes Jahr kommen viele dieser Samoaner in ihr Dorf
und zu ihren Familien zu Besuch, weil sie sich ihrer Heimat und ihrer
Familie stark verbunden fühlen – egal, wie lange sie schon im Ausland
leben. Daher sind von den ca. 80.000 Touristen, die Samoa jährlich
besuchen, mehr als die Hälfte Samoaner, die ihre Familien „on the
Rock“ besuchen kommen – der Rest sind hauptsächlich Touristen aus
Neuseeland, Australien oder den USA, sowie immer mehr Europäer. Eine Besonderheit der samoanischen Kultur sind die Fafafine, (Fa = die Art, fafine = die Frau), also Transvestiten. - Diese sind fest in der samoanischen Gesellschaft integriert und in allen Gesellschaftsschichten anzutreffen. - Toleranz und Respekt vor dem Anderen sind in Samoa kein leeres Lippenbekenntnis.... |
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![]() ....im Mai/Juni 2006 |
![]() Saanapu-girls |
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![]() Urlaub bei Freunden |
![]() "Tante Betty" ist Fafafine und Nahversorger(-in) in Saanapu. |
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![]() Partnersuche.... |
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![]() Nach der Sonntagskirche Foto: Erica Heider |
![]() Craterman |
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![]() Busfahrer Foto: Gerd Krauskopf |
![]() Nachtmusik in Taumai |
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![]() Korina Muipu |
![]() Mathilda mit Kuchen |
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Die Familie steht im Mittelpunkt der samoanischen Gesellschaft. Foto: Erica Heider |
Teuila-Festival Foto: Willi Tauscher |
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![]() High Chief von Uafato Foto: G. Krauskopf |
![]() Korina und Frank |
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![]() Waschtag in Uafato Foto: Gerd Krauskopf |
![]() Samita fia inu (Samita ist durstig). Foto: G. Krauskopf |
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